DICV Köln

Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Johannes Hensel

Diözesan-Caritasdirektor
Dr. Frank Johannes Hensel
© Diözesan-Caritasverband Erzbistum Köln
Foto: Barbara Bechtloff

Ess-Störungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Experten gehen davon aus, dass inzwischen fast jeder fünfte Jugendliche unter den typischen Symptomen leidet. Erkrankungen wie Magersucht, Bulimie und Ess-Sucht sind längst nicht mehr nur ein fachmedizinisches Thema in Expertenkreisen, sondern betreffen und bewegen viele. Sie sind zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion geworden.

Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Mitschülerinnen und Mitschüler stehen der Situation oft ratlos oder überfordert gegenüber. Aufklärung und Prävention für die betroffenen Altersgruppen sowie Hilfestellungen für Pädagoginnen und Pädagogen sind angesichts dieser Entwicklung unerlässlich. Denn je eher eine Ess-Störung entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Hier setzt das interaktive Ausstellungsprojekt „Klang meines Körpers“ zur Prävention von Ess-Störungen an. Das Projekt, das 2006 in Bamberg startete, wurde mit dem bayerischen Gesundheits- und Präventionspreis 2007 ausgezeichnet und hat bereits tausende von Schülerinnen und Schülern in Bayern und auch in NRW erreicht. Im Mittelpunkt stehen fünf betroffene junge Frauen und ein junger Mann, die die Ausstellung während ihrer Behandlung mit ihrer Musiktherapeutin und einer Grafikerin entwickelt haben. Ihr Bedürfnis war es, neue Wege bei der Darstellung von Ess-Störungen zu gehen: Sie haben bewusst darauf verzichtet, das oft in den Medien dargestellte ausschließlich „Kranke“ und „Erschreckende“ der Ess-Störung zu dokumentieren.

Der Blick soll sich nicht auf die Krankheit richten, sondern auf sie – als Menschen voller Lebenshunger und schöpferischem Potential. Die Vermittlung dieser positiven und lebensbejahenden Botschaft ist das zentrale Projektziel. Mit selbst geschriebenen Texten, Bildern und ausgewählten Liedern erzählen die jungen Menschen von ihrem Leben, ihren Wünschen und Sehnsüchten und zeigen Wege aus der Ess-Störung auf. Dabei geben sie tiefe Einblicke in ihre Innenwelt, die weit über die sachliche Information hinaus gehen und einen emotionalen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Informative Schautafeln ergänzen die künstlerischen Arbeiten.

„Klang meines Körpers“ versteht Prävention in einer den ganzen Menschen umfassenden Weise. Da ich auf die Ressourcen, die Einzigartigkeit eines jeden Menschen vertraue, unterstütze ich das Konzept der Ausstellung.

In der Überzeugung, dass „Klang meines Körpers“ einen wertvollen, präventiven Beitrag leistet, wünsche ich eine ideen- und erfolgreiche Projektarbeit!

Dr. Frank Joh. Hensel
Diözesan-Caritasdirektor