Blogbeitrag zu Arnes Film

Unser Film mit Arne entstand begleitend zu seinem neuen Ausstellungsbaustein „Muskeldysmorphie – Kontrolliert außer Kontrolle“

Neben bekannten Essstörungen wie Anorexie, Bulimie oder Binge-Eating rückt auch Muskeldysmorphie zunehmend in den Fokus.  Muskeldysmorphie betrifft vorwiegend Männer, obwohl auch Frauen an dieser Erkrankung leiden können, bei denen der Fokus oft auf extremer Definition und Fitnessidealen liegt.
Oft beginnt das Problem im jungen Erwachsenenalter, insbesondere bei Bodybuildern oder Fitnessstudiobesucher*innen. Junge Menschen, die unter Muskeldysmophie leiden, denken sehr viel darüber nach, wie ihr Körper aussieht, und fühlen sich oft unter Druck, immer mehr zu trainieren oder ihren Körper zu verändern. Das kann so weit gehen, dass Sport, Essen und der Alltag sich nur noch darum drehen, begleitet von dem Gefühl nie „genug“ zu sein.  Egal wie trainiert man schon ist: Beim Blick in den Spiegel sieht man sich selbst immer als zu dünn, zu schwach oder unmuskulös. Umso wichtiger ist es, dieses Thema sichtbarer zu machen.

Das neue Ausstellungsmodul „Kontrolliert außer Kontrolle“ widmet sich diesem Thema, möchte es sichtbarer machen, verständlich darüber informieren. Es ist Teil des Projekts „Klang meines Körpers NRW“ und besteht aus einer Ausstellungstafel (Roll-up) und einem Ausstellungswürfel. Es wurde in einjähriger Projektarbeit gemeinsam mit Arne entwickelt, der selbst betroffen war. Seine Geschichte gibt sehr berührende Einblicke darin, wie die Erkrankung entstehen kann, wie sie verläuft und welche Wege aus der Erkrankung möglich sind.

Das Modul lädt dazu ein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – ohne Bewertung und ohne Vorurteile. Es soll helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und mögliche Warnsignale früh zu erkennen. Ziel ist es, offen über das Thema zu sprechen und Betroffene zu ermutigen, bei Bedarf frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.