Sie arbeiten im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung?
Sie möchten das Thema Essstörungen in Ihrer Schule oder Jugendfreizeiteinrichtung behandeln?
Sie machen sich Sorgen um gefährdete oder bereits betroffene Schüler*innen?
Sie suchen nach einem kreativen und interaktiven Präventionskonzept?
Dann erhalten Sie hier weitere Informationen zum Projekt „Klang meines Körpers".

Essstörungen sind oft unsichtbar. Sie verstecken sich hinter Perfektionismus, Rückzug oder einem scheinbar unbeschwerten Lächeln. Betroffene finden häufig keine Worte für das, was sie bewegt – und auch Fachkräfte erleben immer wieder, wie schwer es sein kann, das Thema behutsam anzusprechen.
Genau hier setzt unsere interaktive Ausstellung „Klang meines Körpers" an.
Sie holt Essstörungen aus der Anonymität, gibt ihnen ein Gesicht und macht erfahrbar, was sich hinter der Krankheit verbirgt. Sie schafft Nähe statt Distanz, Verständnis statt Vorurteile und eröffnet einen geschützten Rahmen, in dem Fragen entstehen dürfen und Gespräche möglich werden.
Für Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende, Beratungsfachkräfte und alle, die Jugendliche begleiten, ist die Ausstellung ein wertvolles Handwerkszeug für Prävention und Gesundheitsförderung. Sie erleichtert den Einstieg in ein sensibles Thema, vermittelt fundiertes Wissen und bietet vielfältige Impulse, um junge Menschen zu stärken, Risiken frühzeitig zu erkennen und Hilfsangebote sichtbar zu machen.
Die Ausstellung lädt Schüler*innen ab der 8. Klasse und weitere Interessierte dazu ein, sich interaktiv und multimedial mit dem Thema Essstörungen auseinanderzusetzen. Persönliche Geschichten, kreative Elemente und interaktive Stationen berühren, regen zum Nachdenken an und schaffen eine Atmosphäre, in der Austausch auf Augenhöhe entstehen kann.
Entwickelt aus der langjährigen musiktherapeutischen Arbeit mit Betroffenen verbindet das Projekt wissenschaftlich fundierte Präventionsarbeit mit der Kraft kreativer Ausdrucksformen.
Für diesen innovativen Ansatz wurde die Ausstellung mit dem Bayerischen Gesundheits- und Präventionspreis ausgezeichnet.
Eine eintägige Präsenzschulung oder Onlineschulung ist Voraussetzung für die Ausleihe und qualifiziert zur Nutzung der Ausstellung in Ihrer Einrichtung. Unter Buchung erhalten Sie weitere Informationen zur Ausleihe und zu den Kosten.
Interessierte Fachkräfte aus Bayern werden hier auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet.
„Wir, fünf betroffene junge Frauen, haben uns im Rahmen einer musiktherapeutischen Gruppe kennengelernt. Hier entstand die Idee, mit unserer Musiktherapeutin und einer Grafikerin eine interaktive Ausstellung über Essstörungen zu konzipieren. Später kamen David und Arne zu unserem Projekt dazu. In dieser Zeit konnten wir durch aktives Musizieren und durch die Beschäftigung mit Liedern, die uns bewegen, neue Zugänge zu unseren Gefühlen finden und ihnen auf kreativen Wegen Ausdruck verleihen. Wir möchten unsere gesammelten Erfahrungen und die wiedergewonnene Hoffnung an andere Betroffene weitergeben. Über Bilder, Texte und Musik wollen wir Betroffene und Interessierte direkt, aber sensibel ansprechen und gleichzeitig aufzeigen, dass in jedem Menschen Kreativität als Lösungspotential schlummert.“
(Melissa, Lara, Nathalie, Mia und Annika)


Sachliche Informationen allein lassen das Ausmaß des körperlichen und seelischen Leidens bei Essstörungen nicht erkennen. Der Innenwelten widmen sich daher den Seelenthemen: Die jungen Frauen geben in fünf Portraits Einblicke in ihre ganz persönliche Geschichte, die in Bilderserien, Collagen und individuell ausgewählten Musikstücken erzählt wird. Besucherinnen und Besuchern können sich einfühlen und „einhören“; ihnen eröffnet sich ein emotionaler Zugang zur Gefühlswelt von Betroffenen. Die Portraits beleuchten die unterschiedlichsten Aspekte der Krankheit und lassen ihre Komplexität erahnen.

Unterhalb der Porträts befinden sich fünf Schatzkisten mit Materialien, die Wege aus der Essstörung aufzeigen und gleichzeitig dazu einladen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Essstörungen vorgebeugt werden kann. Die Schatzkisten folgen dem ressourcenorientierten Ansatz: Sie zeigen auf, wie wichtig es ist, sich seiner eigenen Fähigkeiten, Stärken und Talente, aber auch seiner Bedürfnisse und Wünsche bewusst zu werden. Dadurch entwickeln sich ein positives Selbstbild und Körpergefühl – wichtige Voraussetzungen, um der Entstehung von Essstörungen vorzubeugen bzw. sie zu überwinden. Die Schatzkisten wollen Schüler*innen darin unterstützen, diese wertvollen Ressourcen in sich und bei anderen zu entdecken und zu nutzen.

Essstörungen bei Jungen nehmen zu und werden dennoch weitgehend tabuisiert. Betroffene männliche Jugendliche und junge Erwachsene bleiben bislang noch allzu oft allein mit ihrer Erkrankung. Deshalb wurde die Ausstellung "Klang meines Körpers" um zwei Jungenmodule erweitert.
Modul 1: Kerkerkopf – Essstörungen aus männlicher Perspektive
Das Jungenmodul „Kerkerkopf“ ergänzt die Ausstellung Klang meines Körpers um die Perspektive eines betroffenen Jungen. Basierend auf den persönlichen Erfahrungen und Texten eines Mannes, der als Jugendlicher an Magersucht erkrankte, macht das Modul sichtbar, dass Essstörungen keine reine Frauenkrankheit sind. Besucher*innen erhalten einen eindrucksvollen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Jungen während seiner Erkrankung.
Modul 2 : Kontrolliert außer Kontrolle
Das neue Jungenmodul "Kontrolliert außer Kontrolle" widmet sich dem Themenbereich Essstörungen & Muskeldysmophie. Erzählt wird die berührende Geschichte von Arne Bredemeyer, der 11 Jahre unter der Erkrankung litt und seinen Weg aus der Essstörung fand.


Weitere Infos
Sie interessieren sich für das Ausstellungsprojekt Klang meines Körpers oder für Hintergrundinfos zum gemeinnützigen Verein Werkstatt Lebenshunger e.V.?
Hier finden Sie weitere Informationen:

